Ob Du von einer generalisierten Angststörung betroffen bist, lässt sich natürlich nicht so einfach in einem Blogbeitrag beantworten. Dennoch wirst Du Du in diesem Artikel erste Antworten und Anhaltspunkte auf Deine Fragen finden.

Habe ich eine Angststörung, wenn ich mir zuviele Sorgen machen?

Wir alle machen uns im Leben Sorgen. Als Eltern machen wir uns Sorgen um unsere Kinder. Ob sie wohl gesund bleiben? Hoffentlich passiert Ihnen nichts, wenn sie alleine unterwegs sind.

Wir machen uns Sorgen um unsere eigene Gesundheit. Wir machen uns Sorgen darüber, ob wir uns mit dem Coronavirus infizieren und wenn ja, wie schlimm es uns dann erwischen könnte. Aktuell machen wir uns sicher auch Sorgen um unser unfriedliches Weltgeschehen. Inwieweit ist mein Leben davon betroffen?

All diese Gedanken und noch mehr, kennt jeder. In verschiedenen Phasen hast Du wohl mehr oder weniger davon.

 

mögliche körperliche Symptome bei einer Angststörung

  • Konzentrationsstörung
  • Schlafstörung
  • Muskelverspannung
  • Unruhe

Menschen mit einer Angststörungen stellen sich auch solche Fragen. Genauso wie andere Personen ohne Angststörung, beschäftigen sie sich mit den Geschehnissen Ihrer Umwelt.

Der Unterschied ist jedoch dann spürbar, wenn sich die Sorgenprozesse so präsent und dominant zeigen, dass sie  auch  Deinen Alltag negativ beeinflussen. Deine Sorgen nehmen Einfluss auf Deine Handlungen sowie Deine Gedanken, und das über eine konstante Zeit.

Menschen mit einer generalisierten Angststörung sind in Ihrem Lebensalltag so sehr eingeschränkt, dass sie auch meist körperliche Symptome entwicklen (siehe Kasten oben).

generalisierte Angststörung

Wie entsteht eine Angststörung? 
Doch warum entwickeln manche Personen eine Angststörung, während sich der Prozess „des sich Sorgen machen“ jeden betrifft und ganz normal erscheint?

Bei der Entstehung einer psychischen Erkrankung gibt es meist nicht nur eine Ursache, sondern setzt sich aus einer Summe  verschiedener körperlicher, seelischer und Umweltfaktoren zusammen.

Die Genetik

Studien haben ergeben, dass der genetische Anteil gerade mal bei 15-20% liegt, um eine generalisierte Angststörung zu begünstigen. Darunter zählen Menschen, die eine Verhaltenshemmung haben. Wenn Du beispielsweise neuen Situationen oder fremden Menschen mit einer besonderen Schüchternheit oder mit Rückzug begegnest, nennt man dies „Verhaltenshemmung“. Dies kann eine generalisierte Angststörung begünstigen.

Lernerfahrungen im Elternhaus

Aber hinzu kommen vor Allem noch die äußeren Umstände und Erfahrungen, welche eine generalisierte Angststörung begünstigen können. Dies meint beispielsweise die Lernerfahrungen, die Du in Deinem Elternhaus gemacht hast. Wenn Deine Eltern Dir beispielsweise bereits als Kind vorgelebt haben neue Situationen mit Ehrfurcht oder Vermeidung zu begegnen, kann dies auch in Deinem Erwachsenenalter eine Angststörung begünstigen. Denn als Kind übernehmen wir die Verhaltensweisen unserer Eltern und lernen quasi am Model.
Oder du hast als Kind vielleicht auch Eltern oder ein Elternteil gehabt, welche Dir viele Aufgaben im Alltag abgenommen haben, zu viele Aufgaben die Du schon alleine hättest schaffen können. Daraus hast Du gelernt, dass Du die Aufgaben eh nicht schaffen kannst, Mama oder Papa können es jedenfalls besser. Wenn Du diese Erfahrungen in einem übermäßigen Maß erfahren hast, kann dies Deine Verunsicherung im weiteren Leben natürlich fördern. Du hast nicht ausreichend gelernt mit neuartigen Situationen umzugehen, Dir fehlen die Kompetenzen. Deswegen fällt es Dir schwer neue Aufgaben mit Mut und Zuversicht anzugehen.
Wenn Du zudem noch mit übermäßiger Kritik erzogen wurdest (wenn Du z.B. einen Fehler gemacht hast), dann kann auch eben dieses Verhalten Deine Verunsicherung noch weiter verstärken. In der Folge wirst Du in fremden Situationen mit starker Verunsicherung oder auch Vermeidung reagieren. 

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Lebensereignisse in der Vergangenheit

Zu den äußeren Einflüssen können auch Lebensereignisse zählen, die belastend für Dich waren. Wie beispielsweise die Trennung Deiner Eltern oder Mobbing in der Schule oder am Arbeitsplatz. Auch diese Erfahrungen können Deine Verletzbarkeit erhöhen und damit begünstigen, dass Du Dir im gesteigerten Maß Sorgen machst.

Lebensereignisse in der Gegenwart

Und nicht nur die Lebensereignisse der Vergangenheit können Einfluss auf Deinen Umgang mit Sorgen haben, sondern auch die Deiner Gegenwart, beispielsweise ein Umzug, ein ungewollter Jobwechseln oder eine unvorhersehbare Trennung usw.

Eine Angststörung entwickelt sich meist schleichend. Das kann ein Prozess sein, der über Monate oder sogar Jahre andauert. Und die Sorgen verstärken sich dabei immer ein bisschen mehr und breiten sich auf immer mehr Deiner Lebensbereiche aus.

Angststörung

Miniselbsttest: Habe ich eine Angststörung?

( Die Fragen nehmen Bezug auf die vergangenen zwei Wochen!)

Wie oft fühltest Du Dich in Deinem Alltag durch Beschwerden wie Ängstlichkeit, Nervosität und innere Anspannung beeinträchtigt?

◊ jeden Tag
◊ mehrere Tage, jedoch nicht täglich
◊ nicht einmal

Wie oft warst Du in der Lage Deine gedanklichen Sorgen von selbst zu stoppen oder unter Kontrolle zu haben?

◊ Ich konnte meine Sorgen nicht selbstständig gedanklich lenken.
◊ An manchen Tagen konnte ich meine Sorgen stoppen, jedoch nicht jeden Tag.
◊ Jeden Tag hatte ich Einfluss auf meine Sorgen.

Wie oft konntest Deine Anspannung nicht loslassen?

◊ Ich war täglich angespannt und habe keine Kontrolle darüber gefunden.
◊ An manchen Tagen konnte ich meine Anspannung kontrollieren, an anderen eher nicht.
◊ Ich konnte meine innere Anspannung immer kontrollieren.

Wie oft warst Du rastlos, d.h. Dir viel es schwer stillzusitzen?

◊ Damit habe ich tagtäglich Probleme.
◊ An manchen Tagen ist es mir gelungen, an anderen eher nicht.
◊ Ich bin nicht rastlos gewesen.

Wie gereizt oder schnell verärgert warst Du?

◊ Ich war beinahe täglich übermäßig gereizt
◊ An manchen Tag war ich übermäßig gereizt.
◊ Ich war nicht an einem Tag gereizt oder verärgert.

Wie oft hattest Du Gefühle der Angst (als ob gleich etwas Schlimmes passieren wird)?

◊ Solche Gefühle hatte ich täglich.
◊ Es gab Tage da hatte ich solche Gefühle.
◊ Ich hatte keine Angst.

Auswertung:

Wo hast Du die meisten Haken gesetzt? Schaue wieviele Haken Du bei der ersten, bei der zweiten und bei der dritten Antwort gesetzt hast.
Du hast keine bis sehr geringe Angst, wenn Du die meisten Haken bei der dritten Antwort gesetzt hast.
Du hast leichte bis mittelgradige Ängste, wenn Du die meisten Haken bei der zweiten Antwort gesetzt hast oder
Du bist höchstwahrscheinlich von einer hochgradigen Angst betroffen, wenn Deine Haken eher im Bereich der ersten Antwort zu finden sind. Wenn Dein Leben und Deinen Alltag von der Angst stark beeinträchtigt ist, empfehle ich Dir professionelle Hilfe zu suchen, um Deine Lebensqualität schnell zu verbessern.

generalisierte Angststörung

Der Teufelskreis Deiner Angst

Um Deine Angst besser verstehen zu können, hilft Dir vielleicht das Modell des Teufelkreises der Angst. Es wird ersichtlich, wie sich Deine Symptome mit Deiner Wahrnehmung und Deinen Gedanken gegenseitig verstärken und Angst auslösen können.

Teufelskreis der Angst

Ein Beispiel:

Angenommen Du liegst am Abend in Deinem Bett und bemerkst, dass Dein Herz schneller schlägt. Zudem fängst Du noch leicht an zu schwitzen und/oder zu zittern. Du beginnst zu grübeln, woher diese Reaktionen kommen könnten und richtest damit Deine Konzentration auf Deine Körpersymptome. Und weil Du keine Erklärung findest kommst Du zu dem Schluss, dass sie nicht harmlos sein können. Vielleicht deuten sie auf eine bevorstehende schlimme Erkrankung hin. Und diese Vorstellung löst dann verständlicherweise Angstgefühle bei Dir aus.

Durch diese neuen Angstgedanken werden weitere Stressreaktionen in Deinem Körper ausgelöst und die bestehenden Symptome werden stärker oder neue kommen hinzu. So setzt sich Dein Angstkreislauf fort. Deine Gedanken rasen nur noch so und Du kannst sie vielleicht schon nicht mehr kontrollieren. Du beobachtest Deinen Körper voller Sorge, Dein Herz schlägt immer schneller und Du hast nun schon das Gefühl nicht mehr richtig atmen zu können. Die Zunahme der Symptome bewertest Du daraufhin als noch gefährlicher als Du vorher schon dachtest. Und so schaukelt sich der Angstkreislauf immer weiter auf.

Wie könntest Du in diesem Fall aus dem Teufelskreis der Angst aussteigen?
Am besten wäre, Dir würde es gelingen direkt zu Beginn Deine körperlichen Symptome anders zu bewerten. Vielleicht hattest Du einen stressigen Tag oder Deine Gedanken waren gerade bei einer stressigen Situation, die Du heute erlebt hast. Dein Körper braucht etwas Zeit um solche Stresssymptome abzubauen. Deswegen kann es sein, dass Du im Bett noch Herzklopfen verspürst. An dieser Stelle helfen natürlich in erster Linie einfache Entspannungsübungen, um Deine Gedanken sowie Deine körperlichen Symptome zur Ruhe zu bringen. 

Zwei hilfreiche Fragen um Deine Angst einzudämmen:

Wofür steht meine Angst? Ist sie ein Ausdruck einer dauerhaften Belastung in meinem Leben?
Wie kann ich mit meiner Angst umgehen, sodass ich sie nicht noch unnötig verstärke?

Auf meinem Youtube Kanal findest Du noch viele hilfreiche Übungen um Deine Angst zu minimieren, Deinen Fokus zu verlagern und zur Ruhe zu kommen.

 Alles Liebe

Angsttherapeut
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